Interviewfragen

Die 10 kniffligsten Fragen im Interview

Man hat sich beworben -und HURRA! Die Einladung zum Vorstellungsgespräch liegt vor.

Neben der idealen Vorbereitung darauf ist es auch wichtig, auf knifflige Fragen die Antwort zu wissen. V.a. als Mama muss man aufpassen, nicht in eine Verteidigungsposition abzudriften, sondern diese Fragen als Chance zu nutzen, um sich von anderen Bewerbern abzuheben.

Im Folgenden zeige ich euch die 10 kniffligsten Fragen – und wie eine Antwort hierzu ausschauen kann – bzw. wie auf keinen Fall.

#1 Warum möchten Sie ausgerechnet für uns arbeiten?

Es ist ganz einfach: Bevor du in ein Vorstellungsgespräch gehst, stelle sicher, dass du dich vorab mit dem Unternehmen näher auseinandergesetzt hast.

Ziel ist es – für dich und für dein Gegenüber – herauszufinden, ob du sowohl fachlich als auch persönlich „passt“.

Komm bei der Beantwortung der obigen Frage immer darauf zurück, warum du die perfekte Kandidatin für diese Postion bist.

z.B.: „Ihre Reputation, einen überragenden Kunden-Service zu haben – was auch Ihre Auszeichnung als XY in diesem Jahr unterstreicht – ist einer der Hauptgründe, warum ich hier arbeiten möchte. Meine Leidenschaft für nahbaren, ehrlichen Kunden-Service passt sehr gut zu Ihrem innovativen und empathischen Ansatz der Kundenbetreuung.“

Du kannst weitere Pluspunkte sammeln, wenn du nicht nur die ersichtlichen Infos (Gründungsjahr, Hauptstandort,etc..) benennen kannst, sondern auch die Produktangebote und die derzeitigen Hauptkonkurrenten oder -Kunden.

Gute Quellen hierfür können die Firmenhomepage, Bewertungsplattformen wie kununu oder Glassdoor sein. Im Zweifel scheue dich nicht, bei der entsprechenden PR Abteilung nach Infomaterial zu fragen.

Damit zeigst du Eigeninitiative und dass du dich aktiv mit deinem zukünftigen Arbeitgeber auseinandergesetzt hast. Obendrein bekommst du ein erstes Gefühl, wie DU die Firma findest – oder ob du Fragen hast.

#2 Warum sollten wir gerade Sie einstellen?

Achtung! Das ist eine klassische Stressfrage. Hier geht in erster Linie nicht darum, WAS du antwortest, sondern WIE du auf diese Frage reagierst.

Oberstes Credo: nicht hektisch oder aggressiv werden. Wenn du hier kapitulierst und die imaginäre weiße Fahne schwenkst, hat das mehrere Nachteile:

Es zeigt zum einen, dass es um deine Soft Skills wie Belastbarkeit (die du schlimmstenfalls zuvor hoch angepriesen hast) und Kommunikationsstärke schlecht bestellt ist.

Zum anderen zeigt es dem Personalverantwortlichen, dass du nicht in der Lage bist deine Person mit all ihren Fähigkeiten bei kritischem Nachfragen zu überzeugen. Es legt eher den Schluss nahe, dass du selber nicht an dich und deine Fähigkeiten glaubt.

Stattdessen nutze diese Standardfrage, um noch einmal ganz klar auf den Punkt zu bringen, warum es keine Bessere wie dich für diesen Job gibt.

#3 Wie kommt es, dass Sie sich nach der Elternzeit für eine Neuorientierung entschieden haben?

Auch hier Obacht: es geht nicht darum, deinen Entschluss anzuzweifeln oder dich persönlich anzugreifen.

Sondern wie du auf diese Frage reagierst.

Du selber weißt ganz genau, warum die Neuorientierung der für dich einzige erstrebenswerte Weg ist. Antworte daher ruhig und ehrlich.

Das zeigt deinem Gegenüber, dass du hinter deinem Entschluss stehst und es keine Kurzschlussreaktion war, die sich jeden Moment wieder ändern könnte. Führe deine Gesprächspartner und erkläre die Hintergründe deiner Entscheidung.

#4 Wenn Sie noch einmal von vorne anfangen könnten…

Hier bitte auf KEINEN Fall von Stationen in deinem Lebenslauf erzählen, die dir peinlich sind.

Die Frage verleitet gerade dazu, munter drauf los zu erzählen. Aber genau das Gegenteil ist hier zu tun. Man will nur rausfinden, ob du deine Entscheidung einen bestimmten Berufsweg einzuschlagen wohl überlegt getroffen hast – oder mehr oder weniger aus Zufall dort gelandet bist.

Selbst wenn Zweiteres der Fall ist, darf es so nicht rüberkommen.

Ein gutes Maß ist, darzulegen, dass man im Großen und Ganzen sehr zufrieden ist. Dann nimmt man eine kleinere Einschränkung vor (z.B. „wahrscheinlich würde ich beim nächsten Mal die Weiterbildung/etc. früher machen„). Zum Schluß endet man, in dem man die Vorteile des beschrittenen Wegs aufzählt und die einem jetzt als Erfahrungen im kommenden Job zu Gute kommen.

#5 Wenn Sie sich in einem Wort beschreiben müssten – welches wäre das?

Eine mögliche Antwort darauf könnte lauten:

Dann wäre es das Wort „wandlungsfähig“. Ich bin in der Lage mich schnell auf sich ändernde Situationen einstellen. In meinen vorherigen Stationen habe ich z.B. sehr oft mit einzigartigen Kundenwünschen zu tun gehabt. Ich habe gelernt, mich der Situation anzupassen und auch auf mein Gegenüber einzulassen, um die Anforderung bestmöglich umzusetzen bzw. das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

#6 Familie und Beruf – ist das nicht eine Doppelbelastung?

Du wirst es dir schon gedacht habe – herzlich Willkommen bei der nächsten Stressfrage.

Natürlich ist es eine Doppelbelastung. Aber zeige hier auf, warum das für dich kein Problem ist und die Arbeit auch positive Effekte auf dein Familienleben hat.

z.B. deinen Kindern zu zeigen, dass ihre Mama einen angesehenen Job hat und so als Vorbild für die Zukunft agiert. Oder dass dich der Ausgleich zu einer besseren Mutter macht, weil er dich lehrt, die Zeit zu Hause und in der Arbeit nicht als selbstverständlich zu nehmen, sondern sinnvoll zu nutzen.

Vermittle deinem Gegenüber, dass alles seine Zeit hat. Und die positiven Effekte der „Doppelbelastung“ den weniger Guten haushoch überlegen sind.

#7 Welchen Mehrwert bringen Sie der Firma?

Hier unbedingt nicht in die „Teamfalle“ tappen. Ja, es ist schön, wenn man auch mit anderen zusammenarbeiten kann, ohne sich auf die eine oder andere Weise die Köpfe einzuschlagen.

Bei dieser Frage geht es aber ganz klar darum, was DU kannst. Was DU bisher auf die Beine gestellt hast, wo DU deine Erfolge gefeiert hast.

Erkläre sachlich und klar, was deine Erfolge waren, wie du es geschafft hast, wo Probleme aufkamen und wie du diese durch deine Erfahrung selbstständig lösen konntest.

Der Personalverantwortliche will eine Antwort darauf, wie du deine Erfahrungen und Erfolge in den neuen Job überführst und sie dort gewinnbringend einsetzt.

#8 Was muss ich über Sie wissen, was nicht im Lebenslauf steht?

Hier können z.B. Interessen/Hobbies stehen – welche dich als Person oder als Fachkraft gut ausschauen lassen („ich habe ein Faible für die Social Media. Deswegen befasse ich mich in meiner Freizeit damit, wie dieses Medien aufgebaut sind, wie sie Daten sammeln und auswerten“).

Oder: „Ich bin ein guter Koch. Ich liebe es in der Küche kreativ zu werden und eigene Rezepte auszuprobieren. Ich habe Spaß daran nach den neuesten Trends Ausschau zu halten und mit neuen Ideen zu experimentieren.“

#9 Was interessiert Sie eher weniger an der Stelle?

Herzlich Willkommen bei „finde die Fangfrage“.

Es geht hier natürlich nicht darum, was dich weniger interessiert, sondern wie du Aufgaben, die du nicht so gut kannst, trotzdem lernst und bewältigst.

#10 Welche Fragen haben Sie an uns?

Das ist deine Chance! Wenn du dich gut vorbereitet hast, kann du zum Ende des Gespräches hin noch mal so richtig Eindruck hinterlassen.

Bitte bereite Fragen, die du im Gespräch stellen willst, bereits vor.

Nimm unbedingt auch Stift und Papier mit ins Gespräch. Nicht nur, um dir wichtige Sachen aufzuschreiben – sondern auch um spontane Fragen, die sich dir noch stellen festzuhalten, damit du sie zu gegebenem Zeitpunkt stellen kannst.

An dieser Stelle kannst du natürlich Fragen rundum Gehalt, Arbeitsinhalt, Teamstruktur etc stellen, falls diese Themen nicht schon zuvor beleuchtet wurden.

Wichtig ist hier: auf die Reihenfolge kommt es an.

Auf KEINEN Fall mit der Gehaltsfrage beginnen, wieviel Urlaubstage es gibt oder ob es Weihnachtsgeld gibt.

Folgende Fragen haben sich bewährt:

  • Wie sieht die Einarbeitung aus?
  • Wie groß ist das Team?
  • Wie ist die Stelle in die Organsationsstruktur der Firma eingebunden?
  • Mit welchen Abteilungen werde ich hauptsächlich zusammenarbeiten?
  • Wie sieht die Gewichtung meiner Aufgaben aus?
  • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
  • Gibt es Aufstiegsmöglichkeiten?

Zwei meiner Lieblingsfragen, die mich aus Unternehmenssicht immer beeindruckt hat waren:

  • Herr/Frau X, was hat Sie damals überzeugt hier anzufangen?
  • Herr/Frau X, was gefällt Ihnen denn am Besten hier?

Eine der schönsten und cleversten „Retour“-Kutschen, die ein Bewerber in petto hat!

Also, los geht’s: Flugs Fragen vorbereitet und im Vorstellungsgespräch überzeugt!

Viel Erfolg dir!

Deine Christiane

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